30. Mai 2026
Was einen Menschen von einem Profil unterscheidet - - Teil 1-
Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass der eine oder andere mein Profil besucht und versucht, sich ein Bild von mir zu machen.
Das freut mich.
Gleichzeitig weiß ich aber auch: Ein LinkedIn-Profil zeigt immer nur einen kleinen Ausschnitt eines Menschen. Berufsbezeichnungen, Stationen im Lebenslauf, Qualifikationen und Veröffentlichungen erzählen nur einen Teil der Geschichte.
Den anderen Teil möchte ich heute ergänzen.
Wer mein Profil besucht, erkennt schnell meine Verbindung zum Gesundheitswesen, zur Anästhesie, Intensivmedizin, zum Rettungsdienst und zur Luftfahrt.
Was man jedoch nicht sofort sieht, ist die Frage, die mich seit Jahrzehnten begleitet:
Warum funktionieren manche Systeme hervorragend, während andere trotz guter Menschen immer wieder an denselben Problemen scheitern?
Diese Frage hat mich durch mein gesamtes Berufsleben begleitet.
Als Krankenpfleger, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin, Rettungsassistent im Ambulanzflugdienst, Ausbilder, Gutachter und heute als Berater habe ich immer wieder erlebt:
Die größten Probleme entstehen selten durch einzelne Menschen.
Sie entstehen dort, wo Kommunikation versagt, Prozesse nicht zusammenpassen oder Strukturen den Alltag erschweren.
Vielleicht liegt genau darin der Grund, warum ich heute weniger auf Personen und mehr auf Systeme schaue.
Mich interessiert nicht in erster Linie, wer einen Fehler gemacht hat.
Mich interessiert, warum ein System diesen Fehler zugelassen hat.
Deshalb beschäftige ich mich mit Lean Management, Kommunikation, Fehlerkultur, Führung und der Frage, was das Gesundheitswesen von anderen Hochleistungssystemen lernen kann.
Ich bin kein Theoretiker.
Ich komme aus der Praxis.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich manche Dinge anders betrachte als andere.
Wer bis hierher gelesen hat, weiß jetzt etwas mehr über den Menschen hinter dem Profil.
Und vielleicht auch, warum ich heute so arbeite, wie ich arbeite.
Ich habe in meinem Leben verschiedene Berufsausbildungen absolviert und unterschiedliche Berufe ausgeübt.
Vom Gesundheitswesen über die Intensivmedizin und Anästhesie bis hin zum Rettungsdienst und Ambulanzflugdienst durfte ich viele Bereiche kennenlernen.
Dabei bin ich immer eines geblieben:
Ein Praktiker.
Ich habe nie besonders viel von Theorien gehalten, die sich in der Praxis nicht bewähren.
Natürlich haben Lehrbücher ihre Berechtigung. Doch die wichtigsten Lektionen meines Lebens habe ich nicht aus Büchern gelernt.
Ich habe sie am Patientenbett gelernt.
Im Operationssaal.
Im Rettungswagen.
Im Flugzeug.
In Gesprächen mit Menschen.
Und manchmal auch durch Fehler, die später zu wertvollen Erfahrungen wurden.
Vielleicht betrachte ich deshalb viele Probleme anders als andere. 😉
