30. Mai 2026
Was hat das Saarland Bayern voraus?
Eine provokante Frage.
Ich bin im Saarland aufgewachsen.
In den 60er- und 70er-Jahren war das Saarland geprägt von Kohle und Stahl. Die Schwerindustrie bestimmte das Leben vieler Menschen.
Dann kam der Strukturwandel.
Die Bergwerke schlossen.
Die Hüttenwerke verschwanden.
Neue Unternehmen entstanden.
Doch vielleicht hat sich nicht nur die Wirtschaft verändert.
Vielleicht hat sich auch die Art verändert, wie man auf Probleme schaut.
Seit mehreren Jahren kämpfe ich um die Wiedererteilung meines Führerscheins.
Dabei habe ich gelernt, dass dieselben Gesetze sehr unterschiedlich ausgelegt werden können.
Durch einen Zufall erfuhr ich über ein Netzwerk von einem Verfahren, bei dem ein Verkehrsmediziner die praktische Fahrprobe begleitet und die Fahreignung direkt im realen Verkehrsgeschehen beurteilt.
Der Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen.
Wie so oft begann ich zu recherchieren und wurde fündig.
Bei einer Fahrschule, die sich auf Menschen mit Behinderungen spezialisiert hat. Der Sohn des Hauses, Fahrlehrer und Kfz-Meister, berät Betroffene und führt die notwendigen technischen Umbauten an Fahrzeugen selbst durch.
Das beeindruckte mich.
Denn was sagt mehr über die Fahreignung eines Menschen aus?
Ein Gutachten am Schreibtisch?
Oder das tatsächliche Verhalten im Straßenverkehr?
Ich stelle diese Frage bewusst offen.
Denn sie betrifft nicht nur den Führerschein.
Sie betrifft unser gesamtes Sozial- und Verwaltungssystem.
Vertrauen wir ausreichend auf die praktische Realität?
Oder vertrauen wir immer häufiger auf Akten, Formulare und theoretische Bewertungen?
Vielleicht brauchen wir nicht mehr Regeln.
Vielleicht brauchen wir manchmal einfach einen anderen Blickwinkel.
Oft heißt es verwalten anstatt gestalten.
SAUB – die etwas andere Perspektive. 😉
