30. Mai 2026
Was einen Menschen von einem Profil unterscheidet - Teil 2 -
Wenn ich auf Organisationen oder Prozesse schaue, frage ich mich selten zuerst, welche Theorie dahintersteht.
Ich frage mich:
Funktioniert es im Alltag?
Hilft es den Menschen, die damit arbeiten müssen?
Macht es die Arbeit sicherer, einfacher und besser?
Wenn die Antwort Nein lautet, dann hilft oft auch die beste Theorie nicht weiter.
Deshalb versuche ich bis heute, von der Praxis aus zu denken und nicht von der Theorie.
Wenn ich heute zurückblicke, dann begann vieles schon in meiner Kindheit.
Schon als kleiner Junge haben mich Naturwissenschaften und Technik fasziniert.
Ich wollte verstehen, warum Dinge funktionieren.
Ich wollte wissen, was hinter einem Problem steckt und wie man es lösen kann.
Diese Neugier hat mich nie verlassen.
Sie hat mich durch verschiedene Ausbildungen, Berufe und Lebensabschnitte begleitet.
Vielleicht ist genau das der rote Faden meines Lebens:
Nicht einfach Dinge hinzunehmen, sondern sie verstehen zu wollen.
Warum funktioniert eine Maschine?
Warum funktioniert ein technisches System?
Warum funktioniert eine Organisation?
Und warum funktioniert sie manchmal nicht?
Während andere vielleicht nur das Ergebnis sehen, interessiert mich oft der Weg dorthin.
Diese Denkweise hat mich in der Medizin begleitet, im Rettungsdienst, in der Luftfahrt und später auch bei der Analyse von Organisationen und Prozessen.
Bis heute bin ich davon überzeugt:
Wer verstehen will, muss neugierig bleiben.
Und wer neugierig bleibt, hört nie auf zu lernen.
Nun aber zu den verschiedenen Stationen meines beruflichen Werdegangs.
Mein Berufsleben verlief nicht geradlinig. Rückblickend bin ich darüber sogar froh, denn jede Station hat meinen Blick auf Menschen, Technik und Organisationen erweitert.
Ich habe verschiedene Ausbildungen absolviert und in unterschiedlichen Bereichen gearbeitet.
Als Krankenpfleger und später als Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin lernte ich, wie wichtig Fachwissen, Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein in kritischen Situationen sind.
Im Rettungsdienst und später im Ambulanzflugdienst erlebte ich, wie entscheidend Kommunikation, klare Abläufe und funktionierende Systeme sein können. Gerade dort, wo Menschen unter Zeitdruck Entscheidungen treffen müssen, zeigt sich sehr schnell, ob Prozesse funktionieren oder nicht.
Später war ich als Ausbilder tätig und durfte mein Wissen an andere weitergeben. Dabei wurde mir bewusst, dass Erfahrung allein nicht ausreicht. Wissen muss verständlich vermittelt werden, damit daraus Handlungskompetenz entsteht.
Auch meine Tätigkeit als Gutachter eröffnete mir neue Perspektiven. Plötzlich stand nicht mehr nur der einzelne Fall im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie Systeme, Strukturen und Rahmenbedingungen auf Menschen wirken.
Wie ein roter Faden zog sich dabei eine Frage durch mein gesamtes Berufsleben:
Warum funktionieren manche Systeme zuverlässig und andere nicht?… mehr
